...
...
Reiseabenteuer mit Guido |
In der nachmittäglichen Sonne erscheint die Farbe des Hostels fast angeglichen der Farbe des nachbarschaftlichen Discounters.
unscheinbares Hostel
....
...... Bericht aus Pila folgt noch! ..
morbider Charme
..
.....
VIP-Bereich (heimlich)
Startzone für Speedway
....
.....
Gästebereich
...
PROST Guido!
.
CHATA
CHATA
..
.
mmhseht mal, wie das schnuppert!
Vorsuppe
...
ansehnlich!
..
Litfaßsäule?Krakòw
Nee, Geschäft!
...
Marktplatz, toll im Sonnenschein
falsch angezogen....
.....
..zum knuddeln der Teddy!
.....kaputter Fernseher, funktionierendes Radio, Abreise
Studentenessen in der Mensa. Qualitativ dem niedrigen Preis angemessen...
... keine Qualität!
Bad im Hotel bei der Abfahrt.
geräumiges Bad (Abreisefoto)!
Restaurant- und Frühstücksbereich: hier passt der Hotelname!
Inneneinrichtung Hotel!
..
Pilsudski
Krakòw, Studentenhotel
Großes Gemach, sehr großzügig, aber ohne funktionierenden Fernseher, mit altem Radio
Gang in Etage zwei
mein Zimmer im Studentenheim
Flair einer Kaserne, genauso viel Bewegung und Krach. Studenten halt.
Mein Reich. Bin zufrieden. Preislich sehr gut.
geräumiger Kleiderschrank
finde den Unterschied!
Sonntagabend, Derbyzeit. Zufällig spielt KS Crakowia Krakòw gegen den großen Rivalen TS Wisla Krakòw.
Eingang Stadion, voller SpannungKarte bekommen! Glücksgefühle!
Blick zum Gästeblock
..
.Polizei-Pick-up! Schick!
Kieck an! Fanclub aus London!
Einsingen, es ist alles bereitet!
.
.
.
.
.
.
.
Gute Atmosphäre, aber nicht einem Derby angemessen! Es fehlt der unbedingte Hass!
vorbereitete Choreo
HEKTOR heißt sie!
Fahnenmeer
..
Euphorie kurz vor Ende der Partie
.
.Gästefans auf dem Rückzug, keine Action mehr
.
.
Restesammeln der Ultras.
Blaulicht in der Nacht
.
.
.
.
.
.
Eichhörnchen wendet sich von mir ab
Eichhörnchen frisst.
Schreck lass nach!!
.......... und da gehe ich doch so durch den Park und drehe mich nach links um. Und da - in einem Tümpel schwimmt ein Eisbär! Oh Gott! Das gibt's doch gar nicht! Ist der echt? Ja, der bewegt sich und er knabbert an einem Holzstück herum. Vorsichtig knipse ich ein Beweisfoto. Das glaubt mir doch kein Mensch!
..gefährliches Raubtier beim fressen!..
Hier regiere ich!-
Ein Tier wie ein Denkmal
.-.
mit Partnerin
---
Maul!---
noch so einer
---böööse
In Kielce angekommen....... Hotel gefunden.....
--- toll! zum wohnfühlen
rustikal, aber nett
Zusammenrottung der Jugendbrigaden der nationalkonservativen "Liga der polnischen Nation". Lautstarke Propagandaveranstaltung vor dem Denkmal...
draußen vor der Tür
Gehe ich noch zum Italiener?
HuiOder eher in ein Restaurant, dessen Schulden schon an der Eingangspforte erkennbar sind?
Holla
Mmh, wirkt unseriös Trotz der schönen Architektur.
Es gibt merkwürdige Öffnungszeiten hier. Ich muss staunen. Siehe hier:
Hä?
Normalerweise sieht das Zusatzschild in Polen eher so aus:
Oder so:So kennt man dat
Genau!
...
Marktplatz Kielce
Informationen zur Stadtgeschichte auf dem Marktplatz. Schön dargestellt, sehr gut.
klare Aussage
Aufmarsch einer rechtsgerichteten Gruppe junger Menschen. Erinnerung an die Zeiten von 1990 bis 1993 in der BRD, vor allem im Osten......
.
Wat is dat denn?
Der Sprecher spricht, vielmehr ruft er seine Parolen.
..
Seltsame Emotionen..
???............
Heute also mal ein Tag mit viel Kultur. Ich will es so. So sei es. Endlich lasse ich mich mal so richtig auf die Stadt ein. Wobei, wie schon gesagt, diese riesige Metrople kann man vielleicht in einer Woche kennen lernen wenn überhaupt..... ich versuche mal einfach ein paar Dinge in der näheren Gegend anzusehen. Schaun wir mal. Zur Not kann ich dann sagen, dass ich mir dieses oder jenes in einem späteren Urlaub noch einmal genauer anschauen möchte. Wer weiß.
Erst mal zum Parkplatz, Sachen tauschen und bescheid sagen wg. Verlängerung.
GaP auf Parkplatz
Danach mit dem Bus die eine Station bis zum Königsschloss. Sieht wie das Szczeciner aus, nur viel, viel größer. Auf dem Innenhof war eine interessante Ausstellung über den polnischen Widerstand in der Kriegszeit untergebracht.
Ausstellung im Königsschloss
Danach schlenderte ich zu Fuß durch die wieder aufgebaute Innenstadt. Aller Markt:
der berühmte alte Marktplatz
Wobei ich jetzt den vielgelobten und so hoch gepriesenen Platz mitsamt der Gebäude nicht so umwerfend fand. Man merkt doch, dass das alles Ende der 40er bis Anfang der 50er aufgebaut wurde. Viel Beton und Blendwerk. Aber nun ja, das Ensemble steht auf der Weltkulturerbeliste. Nebenan ein kleines Häuschen, wie ich dachte. War dann doch nicht so. Durch die alte Wallanlage ergibt sich ein größerer Höhenunterschied.
unten
oben
Danach wieder weiter mit dem Bus, vorbei an der modernen Fassade der Bibliothek.
Nationalbibliothek
Ich fuhr zum zentralen Gedenkplatz für die ermordeten Juden und Einwohner Warschaus. Da neu gebaute jüdische Museum nimmt nun den meisten Raum des Platzes ein. Da ging ich aber nicht rein. Mich interessierte natürlich das Denkmal, wo sich 1970 der historische Kniefall abspielte. Erster Eindruck: ist ja viel kleiner, als gedacht. Im TV kommt einem das immer so groß vor!
Denkmal für die ermordeten Juden und Osteuropäer während der Ghettozeit
Auch ich suchte einen Stein, wie andere Besucher zuvor. Diesen legte ich am Sockel des Denkmals ab, tiefbewegt. Mehr möchte ich jetzt dazu nicht sagen. Es war eine wirklich sehr emotionale Situation.
Beim umkreisen des Museums entdeckte ich den kleinen Parkteil, der Willy Brandt gewidmet ist.
Gedenkplatz für Willy Brandt
Hier die Gedenktafel von dichtem: es fällt auf, dass die Wange von Brandt auf dem Relief schon sehr abgenutzt ist von den vielen Berührungen der Menschen.
Willy Brandt-Gedenktafel
Mein Fußmarsch geht dann zum Denkmal für die deportierten Mitmenschen in den 40er Jahren. Hier war der sog. Umschlagplatz. Ein nicht minder beeindruckendes Denkmal!
Die vielen Blumen und Kränze zeugen von einer lebendigen Erinnerung.Umschlagplatz
viele Blumen und Kränze
Einige Meter weiter ist das Stadion von Polonia Warszawa. Na da dachte ich mir doch - gehste mal hin. Einfach mal gucken. Von außen ein sehr schicker Vorplatz mit Wasserspiel und einer hübschen Fassadenansicht.
Stadionportal Polonia Warszawa
Der kleinere der beiden großen Clubs aus W-wa ist hier ansässig. Natürlich gibt es noch mehr Vereine, Grwardia oder Hutnik fallen mir dabei ein. Aber Polonia war schon mehrfach Meister und Pokalsieger. Die "Schwarzhemden", wie sie genannt werden, stehen in ständiger Rivalität zu CWKS Legia. Aber das ist ja allgemein bekannt. Und wieder eine Ausstellung zur Geschichte. Dabei werden auch die deutschen Jahre behandelt:
Seite aus der Ausstellung
Ich schlich mich mal frech rein ins Hauptgebäude, einige Jungs und Mädchen liefen herum mit ihren Sporttaschen. Die nassen Haare erklärte ich mir mit der nebenan befindlichen Schwimmhalle. Schwimmsport bietet der Verein auch an, und natürlich das allseits beliebte Eishockey. Eine Vereinskneipe im Tribüneninnern! Das passt. Ein Piwo muss her. Tolle Vereinskneipe - alle Achtung! Vollgestopft mit allen möglichen Erinnerungsstücken, Pokalen, Plakaten, Wimpeln, Trikots, Fotos.... Ich kaufte mir ein aktuelles Vereinsmagazin und blieb eine Weile. Der Kneiper nahm es gelassen. Dann brach ich auf und versuchte mal, ins eigentlich nicht zugängliche Stadioninnere zu gelangen. Mit einem Trick gelang mir das auch!
Fankneipe und Sporttreff für alle
Gar nicht so groß das Stadion, kommt im TV immer viel größer rüber. Aber das ist ja bei vielen Sachen so.
im Stadion drinne
Gästeblock
Gap ist unerkannt rein gekommen
Als das erledigt war, begab ich mich zur Tram, um weiter ins Zentrum zu fahren. Ich war ja vorgestern nicht so begeistert - überall Beton und Glas und Hochhäuser.... - aber umschauen wollte ich mich trotzdem noch einmal.
immer das gleiche, Genickstarre
ach kiek an! schief bauen könnse auch!
Das eigentliche Wahrzeichen ist aber der alte Kulturpalast. Architekt war ein gewisser Stalin. Sieht man auch. Riesiges Areal nimmt das Teil ein, ein ganzer Stadtteil.
Kulturpalast
Hier ein merkwürdiges Geschäft. "Bombkarnia" - nur mit Kugelanhängern. Für die Innendesignerin von heute. Nicht nur zur Weihnachtszeit.
sowas braucht man!
Hunger macht sich breit. Ich gehe spontan in eine Bar mit Namen "Brooklyn". Angesichts der Umgebung durchaus passend. Aber auch hier werde ich nicht enttäuscht. Ein leckeres Mahl wird mir kredenzt.
lecker, lecker
Ein Bild gibt mir zu denken. Ich verstehe es nicht. Guckt er mich nun an oder nicht?
Ich bin nach dem Mittagessen so voll, dass ich kaum noch laufen kann. Ich schleppe mich zur Tram. Es geht wieder über die Weichsel. Dort ausgestiegen spaziere ich durch den Park am Nationalstadion. Mal gucken, vielleicht komme ich da auch rein, wer weiß? Wenn man bedenkt, was hier letzten Sonntag noch so los war? Volleyball-WM der Herren und dann ein Finale Polen-Brasilien und dann der WM-Titel für das Gastgeberland! Ein volles Stadion und vermutlich eine unglaubliche Stimmung. In den letzten Tagen waren die Zeitungen und auch die Abendsendungen im Fernsehen immer noch von diesem Gewinn beherrscht! Eine Euphorie welle sondergleichen.
Ich wandere hoch zum Stadion. Einige Läufer kommen mir entgegen, die den Park nutzen. Aber auch Touristen laufen herum, leicht erkennbar. Von außen wirkt das ganze, wie ein geflochtener Weidenkorb. Soll auch so sein. Hier zwei Fotos:
gelungene Architektur
Direkt am Stadion ein Biergarten! Aber irgendwas stimmt hier nicht. Was könnte der Fehler sein, na?
viel Biergartenfläche
Und wie es der Zufall so will, ist auf der Hauptseite geöffnet. Der Grund: am Sonntag findet der 36. Warszawa-Marathon statt. Start und Ziel ist das Nationalstadion. Die Läufer können sich hier ihre Startunterlagen abholen und die Nummern. Außerdem ist das ganze verbunden mit einer Sportmesse. Das kennt man ja. Diverse Sportartikelhersteller machen Messerabatt und zeigen auch einige Vorführungen. Geschickt gemacht durch die Organisatoren: wenn man einmal drin ist, kann man nicht mehr umkehren. Es geht nur in eine Richtung und man muss überall vorbei. Clever und irgendwie verständlich. Habe auch deutsche Läufer gesehen bzw. die deutsche Sprache bemerkt. Und dann habe ich Glück: ich kann ins Stadioninnere! Ein kleiner Bereich ist freigegeben. Der Ordner lässt gewähren. Ich bin beeindruckt. Große Halle!
Der erste Blick nach oben....
.. dann nach links...
.. und nach rechts.
So, das soll es aber gewesen sein heute. Ich blicke draußen noch einmal auf die allmählich untergehende Sonne über der Innenstadt und begebe mich zur Tram, die mich direkt vor das Hotel fahren wird.
Hach, wie romantisch
Morgen geht die Reise weiter.
PS: Ach ja, der Trick, wie ich ins POLONIA-Stadion gekommen bin, sei verraten: ich habe mich einfach dünne gemacht! ;)
Ja ja ja, alles ganz schöner Mist! Ich verlasse schnell das Hotel. Denn die Zeit ist knapp. Wieder auf der Straße, wieder viel Verkehr. Habe mir gestern Abend noch was im Stadtplan heraus gesucht. Und zwar auf der anderen Seite der Weichsel, im Stadtteil Praga. Ist nicht weit weg vom Zentrum, aber dennoch durch die lange Brücke getrennt. Praga war ja mal eine eigenständige Stadt, die dann aber vereinnahmt wurde. Hotel „Hetman“ oder ein anderes als Plan B. Es dauert eine ganze Weile (wieder verfahren!) und ich bin in der Gegend. Als ich am Hotel „Hetman“ vorbeischleiche, bemerke ich die vier Sterne und das sehr gehobene Ambiente. Auch die Rezeption macht einen vornehmen Eindruck. Sollte das wieder nichts werden? Zufällig sehe ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Hotel mit Namen „Hit-Hotel“ – dieses ist gar nicht im Plan verzeichnet! Es sieht etwas bescheidener aus und ich gehe dort hinein. Zwei Sterne – aha. Die beiden hübschen Mäuschen helfen mir auch gerne weiter. Ich bekomme ein Appartement. Weil - was anderes war nicht mehr frei. Der Preis schlägt mit 299,- zu Buche plus Frühstück für 25,- Zloty. Monoman – auch nicht ohne! Aber ich muss ja jetzt handeln. Ich habe Hunger und ich muss endlich mein Tagebuch weiter schreiben und außerdem rennt die Zeit davon. Schließlich will ich mir auch noch was angucken! Wie ich das schaffen soll? Ich weiß es nicht. Erst mal rein und dann Auto her holen.
sehr geräumig
Apartement
Wenn man so will, ist das ein guter Preis. Wenn wirklich alle vier Leute die Bude in Anspruch nehmen, ist das sehr gut. Auch schon zu zweit ist das o.k. – für mich alleine sind die 80,- EUR natürlich etwas höher, als vorher im Budget veranschlagt. Aber ich kann es mir ja leisten.
Parkplatzsuche? Fehlanzeige! Ich kreise ums Hotel und fahre kreuz und quer. Letztendlich nehme ich so einen bewachten Parkplatz auf einem Innenhof in Anspruch. Pro Stunde 3,- Zloty und dann immer weiter gestaffelt. Allerdings maximal 22,- Zloty pro Tag. Da bin ich wieder angenehm überrascht! Das kann man machen. Ich sage dem alten Parkplatzbewacher, dass ich morgen zur gleichen Zeit wieder komme. Der Typ ist so ein typischer Pole. Nett, wenig Zähne und die Ruhe in Person, aber schnell sprechend.
So, nun aber was frühstücken. Es ist fast 10 Uhr. Ich entdecke die Bar „Basar“. Tolles Lokal! Eher einfach, aber doch tolle Einrichtung. Sehr dunkel gehalten und die Heizungsrohre laufen an den Decken entlang. Man kommt sich vor, wie in einem Keller. Sympathischer Kellner, der nach einer Weile deutsch mit mir spricht. Ich entscheide mich für ein Omelett mit Pilzen. Dazu einen Kaffee. An den Wänden sind einige Veranstaltungshinweise zu sehen, Konzerte finden eine Etage tiefer statt. Ich fühle mich ein wenig an den Speicher in Pasewalk erinnert.
Dann geht es zum Hotel, Internet starten bzw. versuchen. Ich lasse es nach einer Weile frustriert sein, nix geht. Kurwa! Nun ist es fast mittags und ich habe keinen Plan, bin durcheinander und denke schon daran, die Abreise um einen Tag zu verschieben. Gestern konnte ich nichts unternehmen, heute ist der halbe Tag auch schon um und ich hinke gewaltig mit allem hinterher. Was wäre, wenn ich morgen die ganzen kulturellen Dinge unternehmen würde und heute den Rest des Tages nur noch umher schlendere, in Kneipen anhalte oder auch in einer ganz bleibe? Mh… hat was. Dann kann ich aber nicht nach Galizien reisen (in den äußersten Südosten Polens) und auch keinen Abstecher nach Ukraina machen. Wobei das ja auch nur so eine Idee war, die vielleicht gar nicht umzusetzen ist. Dann müsste ich diesen „Haken“ in der Strecke abschneiden und direkt nach Krakòw fahren. Bzw. mit einem Zwischenhalt, ist doch recht weit. Ein Tag wäre also wieder gewonnen.
Tja. Um diesen Gedanken zu vertiefen, gehe ich in ein weiteres Lokal an der Ecke. Von außen kaum wahrnehmbar, fiel mir doch die schöne Eingangstür auf mit dem eingravierten „Po drugiej stronie Lustra“ – zu deutsch: „Auf der anderen Seite des Spiegels“. Offensichtlich eine Kellerbar, durch das kleine Fenster erblicke ich massenweise leere Bierflaschen, die aber irgendwie künstlerisch zusammengefügt sind. Ich trete ein und bin der einzige Gast. Die kleine Punkerin hinterm Tresen ist mit einer Abrechnung beschäftigt, gibt mir dann aber ein Pils. Die Sorte „Kormoran“ kenne ich noch gar nicht. Schmeckt mir auch nicht, muss das herunter würgen. Äks! Das Besondere an diesem Lokal ist aber die Innenausstattung! Die Wände sind komplett mit Kronkorken versehen! Irgendwie in die Wand rein gedrückt. Ein toller Effekt. Im hinteren Raum sind sogar zwei Bilder aus diesen Kronkorken entstanden (eine Katze und dann noch eine Figur). Super Idee, denke ich mir. Außerdem hängen viele alte Spiegel an den Wänden. Das hat was. Überhaupt ist dieser Stadtbezirk nicht so abgehoben und so piekfein. Eher individuell und kreativ. Soviel ich bisher sah. Allerdings gibt es hier an jeder Ecke Banken. Banken über Banken! Mit Namen, die ich vorher gar nicht kannte. (Alior-Bank, M-Bank, Idea-Bank, Millennium-Bank). Das ist doch Wahnsinn.
Jedenfalls steht mein geänderter Plan nun fest. Ich mache noch eine Nacht im „Hit-Hotel“ und lasse es heute ruhig ausklingen. Gegend erkunden, aber ohne Ziel. Gegen 14 Uhr gehe ich, mit einer Zeitung bewaffnet und mit einem Notizbuch, zum Restaurant „Piewszy liga“ (zu Deutsch: die erste Liga). Draußen ist so ein Biergarten, da will ich es mir gemütlich machen. Dazu soll es aber nicht kommen. Ein dort sitzender Mann begrüßt mich und will mir ein Gespräch aufdrängen. Ich lasse geschehen. Er scheint schon was alkoholisches getrunken zu haben und will mich auf einen Wòdki (also Wodka) einladen. Da sage ich nicht nein! Wir gehen rein. Tomek heißt er. Meinen Namen wird er sich nicht merken können, da bin ich mir sicher. Die Polen haben Schwierigkeiten mit diesem Namen, den kriegen sie kaum über die Zunge und vergessen dann schnell. An der Bar dieses recht großen Restaurants machen wir es uns gemütlich. Mit den beiden Bardamen flachst er herum, aber denen scheint das nicht so recht zu sein. Ich vermute mal, den Tomek kennen sie schon länger. Wir reden über dies und das. Er kann kein Deutsch, daher muss alles über polnisch laufen, natürlich hakt es hier und da. Und wir kommen dann nicht weiter. Aber im Großen und Ganzen klappt die Verständigung. Er erzählt von seiner Vergangenheit als Motorradfahrer und seinen Verletzungen. Für Fußball interessiert er sich überhaupt nicht. Und: er weiß nicht so recht, wo Szczecin liegt! Mensch, da ist Tomek schon 43 Jahre alt und weiß das nicht! Aber er erklärt mir, dass er aus W-wa nicht raus kommt. Er schwärmt von Praga. Das ist seine Stadt, da fühlt er sich wohl. Ich glaube ihm und mir wird klar, dass sich Parallelen zu Berlin auftun. Da kennen viele ihren Kiez und auch noch ihre Stadt (also ihren Stadtbezirk) aber in ganz Berlin kennen sie sich nicht aus Geschweige denn was sonst noch so in der BRD abläuft. Nun ja, ich gebe ihm dann auch einen Wòdki aus. Als er raus will an die frische Luft, folge ich ihm. Es ist doch ganz schon stickig an der Bar, brauche mehr Luft. Und plötzlich will Tomek mir einen guten Tipp für heute Abend geben. Da gäbe es ein Lokal, recht billig und da geht er hin. Ist aber schwer zu erklären. Dann beginnt er zu malen. Die Wisla ist klar. Auch die Himmelsrichtungen, die er aufmalt. Bin im Bilde. Aber dann wird es kompliziert. Das Blatt wird immer voller und voller. Er ist eine ganze Weile beschäftigt und ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Als er dann fertig ist, bekomme ich diese Zeichnung:
Tomek-Kunst mit dem Titel "Die Wegbeschreibung"
Kein Witz! Soll wohl ernst gemeint sein. Als ich ihm entgegne, dass ich verwirrt bin und nichts daraus lesen kann, sagt er nur „Das ist ja auch ein Rätsel, welches zu lösen ist.“. Ha ha, sehr witzig. Bald schon trennen sich unsere Wege. Ich gehe abends noch einmal in das Lokal „Bazar“ rüber. Will unbedingt den Cocktail „HARIBO“ probieren. Mache ich dann auch. Leider ist der Kellner von heute Vormittag nicht mehr da. Aber auch sonst, sehr empfehlenswert. Ich sehe mir auch die unteren Katakomben an.
Im BAZARRezept:
Mehr ist heute nicht passiert. Gute Nacht! Morgen ist Kulturtach angesacht!
Restaurant im Hotel(Frühstücksraum am Hotel und Restaurant "BABALU")
Der Start ist geglückt. Ein wenig Frühstück habe ich zu mir genommen (viel Appetit hatte ich ja nicht) und dann erfolgte unbedingt noch ein ausgedehnter Spaziergang am See entlang. Erstens brauchte ich auch Bewegung und zweitens war der Morgen wunderschön. Die Vögel zwitscherten mir ins Zimmer und ins Ohr und es war kühl, aber sonnig.
Morgenstimmung am See
eine Schwanenfamilie schaut vorbei
noch mehr Morgenstimmung
und immer noch Spaziergang.
Wat? Wer bist du denn?
erstaunliches im Park
So gestärkt, auch mittels einiger Tomaten, die ich noch aus PW hatte (Kremes Garten), ging es dann um halb zehn gut gelaunt wieder los. Ab ins Auto und weiter den Schildern folgend zur Hauptstraße Nr. 7. Das gute ist ja in jedem Ort – auch wenn man sich nicht so gut auskennt -, dass eine Nebenstraße irgendwann auf eine größere Straße stößt und diese dann in eine noch größere mündet. Spätestens da stehen dann die wichtigen Verkehrsschilder. Wenn man weiß, in welche Himmelsrichtung man muss, klappt das auch. Ich habe das soweit immer ganz gut hinbekommen. Ein bisschen mehr Zeit eingeplant und dann haut das schon hin. Hier in Ostròda muss ich eine unnötige Schleife fahren, weil ich die Abfahrt im Kreisverkehr falsch eingeschätzt habe. Nun gut, was solls. Letztendlich bin ich wieder draußen und raus aus der Stadt. Das Wetter ist immer noch sonnig und die Straße gut. Ich habe ein super Gefühl heute, das wird bestimmt ein schöner Tag. Auf geht es in die Hauptstadt Warszawa. Zum großen Teil fahre ich dabei über diese gut ausgebauten Fernstraßen, die in Polen so typisch sind, mit Randstreifen. Für die Trecker oder andere langsam fahrende Fahrzeuge. Oder aber auch, um sich überholen zu lassen. Habe ich schon oft beobachtet, klappt prima. Der Verkehrsfluss wird nicht beeinträchtigt. Und in diesem Zusammenhang ist mir heute auch was interessantes passiert. Gerade will ich das langsame Auto vor mir überholen, ich blinke und setze an nach links. Gleichzeitig will aber auch der schon länger hinter mir befindliche Fahrer seinerseits mich überholen. Er tut da auch! Ich überhole aber auch! Wir bilden eine selten gesehene Formation: rechts das eine Kfz, welches weiter nach rechts rüber rückt, dann links daneben ich – Gas gebend – und neben mir links der andere. Kurzzeitig sind wir drei auf einer Höhe! Wow! Spannend. So eine Dreierkonstellation kannte ich noch nicht. HA HA. Wie beim Wettrennen. Es kommt uns niemand entgegen. Jedenfalls war dann der vorher letzte der Sieger und ich der zweite Gewinner. Aber das war auch so gewollt. Insofern alles schick. Durchatmen.
Angesichts der guten Straßenverhältnisse und des guten Wetters kriege ich richtig Urlaubslaune. Ich mache nun auch mal `ne CD an. Ich lege die schon lange nicht mehr gehörte CD „Frühe Werke“ von Die Skeptiker ein. Darum habe ich sie ja auch mitgenommen. Es ist herrlich! In mir kommen Jugenderinnerungen wieder auf. Geil! Das macht glücklich und nostalgisch zugleich. Na jut, Die Skeptiker kennt wohl kaum einer noch. Mir doch schnuppe – für mich war das Teil der Jugend. Neben Feeling B und SANDOW, sowie die vielen anderen „anderen“ Bands. Ich könnte, wenn ich wollte, stundenlang darüber berichten. Habe – Gott sei Dank – noch sehr viel Material zu Hause. Ich muss das Zeug nur mal anhören! Und das gerät im Alltag leider, leider unter die Räder und in Vergessenheit. Ich freue mich, dass ich viele der aggressiv vorgetragenen Texte noch mitsingen oder vielmehr mitrufen kann. Mich hört ja keiner.
11 Uhr. Hunger macht sich breit. Habe wohl die Hälfte der geplanten Zeit geschafft und nehme an, dass das auch die Hälfte der Tour sei. Eine Bockwurst wäre jetzt gut, oder eine Boulette. Aber das ist leicht gesagt. Die vielen, am Straßenrand befindlichen „BARs“ sind meistens voll ausgerüstet und bieten komplette Menüs an. Einfach nur eine BoWu? Kennt "der Pole" nicht. Ich halte trotzdem an, an einem kleinen Imbiss (bzw. BAR). Ich wundere mich, wie die alle überleben können. Wie geht das? Halten die Auto- und Lasterfahrer alle aus Mitleid an oder können diese nur kurze Strecken bewältigen? Sei es wie es sei. Ich steige aus und merke, dass es doch noch recht kühl ist. Sonnig, aber kühl.
Im Häuschen dann bestelle ich einen großen Kaffee und Kielbasa, wie am Aushang ausgeschrieben. Der Preis ist sicherlich mehr als o.k. – 10,- Zloty. Also für einen Kaffee und eine BoWu bezahlt man in Deutschland wohl mehr als 2,50 EUR. Selbst an kleinen Imbissbuden. Und ich weiß ja, dass das hier immer mit Liebe gemacht ist. Der Kaffee ist frisch gebrüht und stark. Schon der vierte Kaffee seit Beginn der Reise vorgestern! Ich brauche jetzt doch mehr von diesem Zeugs. Nicht morgens, nee. eher um die Konzentration während der Fahrt aufrecht zu erhalten. Das ist schon so eine Sache. Als ich aufgerufen werde, weil mein Gericht fertig sei, staune ich nicht schlecht. Es sind drei (kleinere) Würstchen! Gebraten und typisch polnisch – so richtig fettig. Dazu kann man sich aber auch Brot nehmen.
Kielbasa
Sehr gut satt bin ich, als ich weiter fahre. Teilweise wird die Straße wieder schlechter, streckenweise ist es aber richtig Autobahn! Alles durch die EM 2012, denke ich mir. 20 km vor der Hauptstadt, wird der Verkehr langsamer. Diverse Abfahrten, aber auch diese unsäglichen Ampeln sind schuld Immer diese Ampeln! Ich halte noch einmal kurz vor Wa-wa (wie die Eingeborenen Warszawa abkürzen – ähnlich Ue`de) an. In dem Dorf mit Namen SADOWA! Da weiß der Unioner bescheid, ich muss unbedingt ein Foto machen.
für Insider!
Habe ich schon gesagt, dass ich das Hotel vorbestellt habe? Meine an sich spontan ausgeführte Reise hat hier einen kleinen Haken. Ich habe per Internet für Mittwoch bis Freitag was reserviert. War mir dann doch lieber. Diese 1,7-Milllionenstadt und der kleine Guido…….. und dann diese vermutliche Unübersichtlichkeit, die mich erwartet. Hatte da ein bisschen Angst. Der Preis war mit 320,- Zloty angegeben. Also zwei Nächte. Umgerechnet ca. 80,- EUR. Ist soweit sehr gut. In Wa-wa gibt es natürlich Hotels von-bis. Diese Ketten sind im Zentrum ansässig (RADISON, MARRIOT usw.). Recht teuer. Am billigsten waren die Hotels und Hostels am Stadtrand. Aber das wollte ich auch nicht. Ich habe mich für eine relative Randlage entschieden, für das Hotel an der uliza Bohateròw Nr. 89. Die Bewertungen (sechs Stück) waren ausgewogen. Positiv überwiegend bis neutral oder „na ja“. Die Fotos weisen eher auf einen Plattenbau hin. Sehr einfach, aber ich denke mal, dass das für die zwei Tage gut ist. In die Stadt hinein (ca. 3,5 km) fahre ich dann mit der TRAM.
In Wa-wa fahre ich auch prompt zu früh ab.
Einfach mal abgefahren nach Gefühl – hey total abgefahren. Jo Mann! Nach Stand der Sonne und im Hinblick auf die Uhrzeit fahre ich nach meinem Instinkt und komme – natürlich – auf die Uliza Boterathow……. Es ist und bleibt einfach so: einem Guido, zumal DEM Guido a. P. kann man nichts vor machen. O. K. jetzt keine Glückwünsche oder Blumensträuße an meine Adresse…… ich hatte auch etwas Glück. Aber insgesamt war das doch ganz gut aus der Erinnerung heraus. Habe diese Straße ungefähr im Kopp und kann immer noch räumlich denken. Wenn ich jetzt nicht alleine wäre, sondern mit Beifahrer? Oweh! Vermutlich mit einer Langhaarigen? Auweia! DAS Geschrei will ich mir jetzt nicht ausdenken. Als Mann ist man doch immer noch Herr der Lage auf der Straße und im Verkehr und überhaupt….. denke ich bis dahin. Aber ich greife vor.
Meine gute Laune wird ein kleines bisschen eingetrübt, als ich erkenne, dass kein HOTEL-Schild am Straßenrand sichtbar ist. Es kommt einfach keines. Nun ja, die Straße ist sehr lang und außerdem ist viel los hier. Nachmittags- fast schon Feierabendverkehr. Vielleicht habe ich auch was übersehen. Tja, kann schon mal passieren. Ich halte irgendwo an und gehe in einen Konsum. Die Verkäuferin sagt mir, dass sie drei Hotels in der Straße kenne. Ich soll den genauen Namen benennen. Das kann ich nicht. Ich weiß nur „Hotel an der Straße….Nummer…“. Sie verweist mich in Richtung Westen. Also ans Ende der Straße – wie ich mittlerweile weiß. Und da beginnt der Ärger.
Puh. Muss mal durchschnaufen. Gleich geht es weiter………
Bin im dem bewussten Viertel. Und suche, und suche. Und ich - suche. Außerdem suche ich. Bin noch gelassen, weil ja erst 15 Uhr. Zeit ist da. Nun ja, wenn ich aber meine Tagebucharbeit nachholen will und außerdem noch was essen und überhaupt..? Wo ist denn dieses verdammte Hotel? Oder auch Hostel. Mir langsam egal. Die Bauarbeiter der Baustelle werden sicherlich schon belustigt auf mich gucken, weil ich immer und immer wieder hin und her laufe. Denn: die Nummer 87 folgt auf die Nummer 83. Es sind Hochhäuser. Dann kommt aber schon die Querstraße und die beginnt mit 91. Dazu muss man sagen, dass auf der nördlichen Seite der Straße natürlich auch Häuser stehen. Auch Hochhäuser. Die Nummerierung ist aber eher 62 und 64 usw. . Es wirkt alles so, wie Marzahn oder so. Viele Plattenbauten, aber auch viel Grün und viel Betrieb. Ein Kiez, der sicher seinen Charme hat für die Einwohner. Hilft mir aber jetzt nicht weiter. Bin fußlahm, bin langsam sauer. Noch nicht frustriert. Es wird sich schon alles aufklären.
____________
Eine Stunde später (!). Bin herum gerannt und mit dem Auto alles abgefahren. Ich kenne mich aus, jo. Diese Ampeln nerven mich nicht mehr………. nö. Bin über den Punkt hinweg. Füße schmerzen. Scheiße!! Aber ich weiß auch nicht, was das soll. Wo ist das Hotel oder Hostel? Kann sich doch nicht in Luft aufgelöst haben?
Ich entdecke dann doch noch und urplötzlich die Nummer 89! Wahnsinn! Aber nicht, wie erwartet an einem Wohnhaus, sondern – wie durchaus erwartet an der TRAM-Schleife. Aber was ist das? Das ist doch das kleine, vorgelagerte Häuschen, direkt an der Straße. Hä? Hier bin ich doch schon mal vorbei gelaufen Und hinten rum vorbei gefahren. Ein Sklep (Geschäft) befindet sich darin auf der Vorderseite und hinten die größere Klinik "RUCH" (Rehabilitation) und ansonsten macht es einen sehr unansehnlichen Eindruck. Graffitti, beschädigte und verrammelte Türen……. Na ja. Ein Zweigeschosser. Kann ja wohl kaum ein Hotel oder Hostel sein! Also ehrlich mal. Im Sklep frage ich die Verkäuferin und weise sie dabei auf die angebrachte Nummer 89 hin. Sie entgegnet mir, dass es hier kein Hotel oder Hostel gäbe. Ein Passant kommt vorbei. Den fragt sie von sich aus. Er erklärt mir und uns: nein! Hier gab es noch nie ein Hotel oder Hostel. Ich solle man in die Reymontastraße fahren, aber ganz weit weg. Dort gäbe es ein Hotel. Da war ich schon…. Nun beginnt es in mir zu arbeiten. War alles ein Betrug? Und wenn ja, wie kann man denn MICH betrügen? Ich meine, den GaP? DAS darf nicht sein, das wird es niemals geben. Bin stinkesauer und auch kampfeslustig. Mal gucken, wer gegen mich antritt………………
Die Telefonnummer funktioniert nicht, d. h. der Anbieter sagt, dass die Telefonnummer nicht vergeben ist. Weder mit polnischer Vorwahl, noch ohne. Aha! Jetzt ist für mich alles klar. Bin geladen. So was macht man nicht mit mir! Nicht mit Mir! Das wird ein Nachspiel haben. Ui ui ui. In diesem Moment möchte ich mir nicht begegnen.
Ich fahre mit dem DACIA weg. Ziellos, einfach so der Nase nach. Das war zwar so ungefähr geplant, aber doch nicht so in dieser Lage! Ich verfahre mich. Später, als ich einen Stadtplan der Hauptstadt studiere, werde ich erfahren, dass ich in der Straße „Westerplatte“ oder „Telewision“ kurz vor dem Ende war, wegen Sackgasse. Das ist sicher ein Tiefpunkt. Ich glaube nicht, dass ich das im Internet veröffentlichen werde. So was Peinliches. Und trotzdem in gutem Glauben. Das kann schließlich jedem passieren! Ich bin nur gespannt, wie das finanziell geregelt wird. Und ich bin immer noch auf der Suche! Langsam wird es spät. Na gut, nicht so sehr spät. Aber 18 Uhr guckt schon um die Ecke. Ich fahre und fahre. An IBIS-Hotel vorbei. Ja, mir egal, ich checke hier ein, denke ich. 200 m weiter bietet sich erst die nächste Parkmöglichkeit. Ich laufe zurück, ganz ganz langsam. Bin doch schon etwas angeschlagen und meine normale Gelassenheit weicht einer „Leck-mich-doch-am-Arsch-Mentalität“. Ich würde jetzt alles bezahlen. Auch so ein teures Hotel. Na mal gucken.
Eingangsbereich sehr schön, gut ausgeleuchtet. Und überall freundliche Leute. An der Rezeption ist ein jugendlicher Lockenkopf frei. Punkt eins: ja, ich habe eine Chance. Jubel, Jubel! Punkt zwei: es wird teuer. Um genau zu sein, werden 449 Zloty verlangt, Frühstück extra. Hä? Wie bitte? Na also da lässt sich doch wohl noch was besseres finden. Ich sage ab und gehe. Tut mir leid, aber das ist mir dann doch zu heftig. Bin also wieder zu Fuss auf Achse……….
RADISON ist voll belegt. WESTERN In verlangt 900 Zloty! Beim JP-Hotel frage ich erst gar nicht, als ich den Portier am roten Teppich stehen sehe. Das ist einfach nicht meine Kragenweite. Zu den anderen Hotels komme ich nicht mehr. Ich bin fix und fertig. Der Tag steckt mir in den Knochen, dieses herum gelaufe, diese Demütigung auch. Und dann das arrogante Hauptstadtgehabe. Woran mich das nur erinnert…. ?
Ich treffe eine Entscheidung, eine die weh tut. Ich fahre zum IBIS zurück. In der Tiefgarage werde ich eingewiesen, kostet bestimmt alles extra. Und oben an der RECEPTIJA lächelt mich dieser Lockenkopf von vor einer Stunde schon von weitem an. Ich komme kleinlaut angekrochen, im übertragenen Sinne. Wir machen also den Deal. Das Zimmer 606 ist für mich frei. Zu den 449,- Zloty kommen noch einmal 48,- Zloty f. d. Parkplatz. Auf das Frühstück verzichte ich! Bin satt. Das Zimmer selbst ist, wie man es erwarten konnte, gut und ordentlich. Aber kein Luxus. Zu allem Überfluss auch noch das: Internet streikt, ich komme nicht rein. Oh Gott! Bzw. erst geht es - ich setze auch gleich eine Protestmail ab - diese Mail soll ich an eine Adresse senden, die "Klinika Ruch" beinhaltet. Moment mal, war ich doch am richtigen Ort? War da vielleicht nur die Rezeption und die Zimmer waren dahinter in einem der Hochhäuser? Ich weiß es nicht, grübeln bringt jetzt nichts. Stattdessen gehe ich raus zu ORLEN. Dort an der Tanke kaufe ich mir endlich mal einen Stadtplan. Ja ja, da kann man wirklich sagen "Guido - hättest dich besser vorbereitet!". Stimmt ja auch. Bei einem Asia-Imbiss esse ich noch ein Nudelgericht und das war es. 20.30 Uhr ist es und ich bin müde. Diesen Urlaubstag möchte ich lieber vergessen.
| < Zurück |
![]()
© 2014. Der GaP. Alle Rechte vorbehalten.